Zecken – kleine Parasiten mit grossem Gefahrenpotential

Zecken gehören zur Familie der Milben und Spinnentiere und sie sind in ganz Deutschland verbreitet. Sie kommen gleichermassen in ländlichen Gegenden und städtischen Grünflächen wie Parks oder Gärten vor. Entgegen eines verbreiteten Vorurteils lassen sie sich nicht von Bäumen herabfallen, sondern leben in Gräsern und Büschen nah am Boden, wo sie z.B. von Spaziergängern oder spielenden Kindern abgestreift werden. Zecken sind robust: Sie werden schon ab 7 Grad Celsius aktiv und überleben bis minus 20 Grad. Die Hochsaison ist zwischen Mai und August, durch die zunehmend milderen Winter hat sich die aktive Zeit jedoch teilweise auf den Herbst und in den Winter ausgeweitet, sodass Zecken schon ab Februar zu einem Problem werden können. Zudem wandern sie immer weiter Richtung Norden und erobern neue Gebiete. Zecken sind äusserst geduldige und anspruchslose Blutsauger. Über Monate können sie im Unterholz oder auf Sträuchern ausharren, bis jemand sie streift. Dann klammern sie sich fest, kriechen an eine möglichst weiche und feuchte Stelle am Körper des Opfers und machen sich ans Werk: Mit dem sägeblattähnlichen Messerpaar schneiden die kleinen Vampire die Haut auf und beginnen sich mit Blut voll zu saugen.

Keine Impfung gegen Zecken – nur gegen FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine virale Erkrankung des zentralen Nervensystems, die relativ schnell über den Speichel der Zecke übertragen wird und unter anderem eine Hirnhautentzündung hervorrufen kann. Laut Robert-Koch Institut sind im Jahr 2006 in Deutschland 547 FSME-Fälle gemeldet worden, in der Schweiz waren es bereits im Jahr 2005 deren 206. Während es für die FSME einen Impfschutz gibt, kann die weitaus häufigere von Zecken übertragene Krankheit, die Lyme Borreliose, nicht durch eine Impfung verhindert werden. Borrelien sind Bakterien im Darm der Zecke, die in einem Zeitfenster von etwa 8 bis 12 Stunden nach dem Einstich auf den Menschen übertragen werden. Aufgrund des individuellen und oft chronischen Krankheitsbildes gilt die Lyme-Borreliose als schwer zu diagnostizieren und zu therapieren. Mit Borrelien infizierte Zecken kommen in ganz Deutschland vor. Im Schnitt ist etwa jede fünfte Zecke mit Borrelien infiziert. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind im Jahr 2006 allein in den ostdeutschen Bundesländern 6`244 Meldungen von Lyme-Borreliose eingegangen, in der Schweiz werden jährlich zwischen 3'000 und 5'000 Fälle registriert – Tendenz steigend!

Noch tückischer als ihre Artgenossen: Die Auwaldzecke

Im Gegensatz zu ihren Verwandten krabbelt die Auwaldzecke aktiv auf ihre Opfer zu und kann neben FSME und Borreliose auch exotischere Krankheiten übertragen. Eine Infizierung mit dem gefährlichen Fleckfieber gilt in unseren Breitengraden zwar als eher unwahrscheinlich, die Risiken sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht und ein vorsorglicher Schutz ist daher in jedem Fall sinnvoll. Die Zeckenart lebte ursprünglich vor allem in südlichen Ländern, ist heute jedoch auch in Mitteleuropa heimisch und breitet sich weiter in nördliche Regionen aus. Bis vor kurzem betrachtete man bei uns die Auwaldzecke vor allem als Gefahr für Hunde, im Jahr 2006 wurden jedoch erstmals auch Stiche beim Menschen dokumentiert.