Nur die Mückenweibchen wollen uns ans Blut
In unseren Breitengraden sind es vor allem die Stechmücken, die den Menschen mit ihren Mundwerkzeugen zur Last fallen. Beim Stechen sorgt nämlich ein Sekret dafür, dass das gesogene Blut im Mückenrüssel nicht gerinnt und diesen verstopft. Der Mückenspeichel sorgt für unschöne Quaddeln. Zudem reagiert der Organismus auf das Sekret mit Jucken und Brennen. Die Stichstellen sind gerötet und schwellen oft an. In selteneren Fällen entstehen sogar Blasen.
Auf unser Blut abgesehen haben es nur die Weibchen, die Männchen ernähren sich rein vegetarisch. Die weibliche Mücke benötigt Proteine aus dem Blut, um ihre Eier produzieren zu können.
Mücken können ihre Opfer mit ihren Komplexaugen unter anderem aufgrund der Farbe der Bekleidung – dunkel gilt als attraktiver! - schon aus einer Distanz von 200 Metern orten. Im Nahbereich sorgt dann der menschliche Duftcocktail dafür, dass sich die Mücken zielgerichtet ihre Opfer aussuchen. Ob „süsses“ Blut oder nicht, spielt dabei überhaupt keine Rolle und auch menschliche Vegetarier geniessen keinen besonderen Schutz.
Ein für die Mücken unangenehmer Geruch, z.B. insectfree, den sie zusammen mit dem attraktiven menschlichen Duftcocktail wahrnehmen, verwirrt sie hingegen. Es kommt zu einer den Menschen schützenden Desorientierung des Insekts, weil dieses zwei entgegen gesetzte Signale empfängt.
Besonders wichtig ist der Schutz für den Menschen bei Reisen in Malariagebiete. Malaria wird durch den Stich einer infizierten Anophelesmücke übertragen.
Neue Gefahr aus dem Süden
Mit der Tigermücke (Aedes albopictus) sorgt seit kurzem eine Mücke für Aufregung, die für gewöhnlich im afrikanischen und asiatischen Raum beheimatet ist, sich aber bei uns offenbar ebenfalls sehr wohl fühlt. Man vermutet, dass sie als blinder Passagier in alten Autoreifen nach Europa und Amerika eingeschleppt worden ist. Sie überträgt die grippeähnliche Virusinfektion Chikungunya, die zu hohem Fieber und starken Gelenkschmerzen führt. Anfang Juli 2007 brach die Krankheit erstmals in Europa aus, und zwar in der Region Bologna in Italien. Wissenschafter vermuten, dass das Virus von einem aus Indien heimkehrenden Touristen auf die heimische Population von Tigermücken übertragen wurde. Noch gefährlicher ist das Dengue-Virus, das ebenfalls von der Tigermücke übertragen wird, das bisher aber in Europa noch nicht zu beobachten war.